Und jedem Anfang liegt ein Zauber inne


und der kann aber auch sehr schnell wieder verflogen sein. Eine Jacht die drei Jahre ungeschützt Wind, Regen, Schnee und Sonne ausgesetzt war sieht nicht schön aus, daß viel Arbeit auf uns wartet war uns wohl bewusst.

Unser Plan war heute in Kiel einzulaufen. Das Wetter hat uns aber davon abgehalten. Mit einem Boot welches wir noch nicht kennen wollten wir nicht bei 30 Knoten Windgeschwindigkeit auf die Nordsee hinaus. Es wird also noch ein wenig Zeit vergehen bis unser neues Boot in Greifswald ankommt. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken das Gedicht Stufen von Hermann Hesse. Denn dieses sagt wofür auch wir stehen: Niemals stehen bleiben, Tapfer eine jede Möglichkeit ergreifen, auch wenn es uns an unsere Grenzen führt. Niemals inne halten, immer weiter, immer offen dem neuen und niemals dem Vergangenem nachtrauern. Denn: Stillstand ist Rückschritt. Das stammt von Rudolf von Bennigsen-Foerder.

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!