Der Hilfssmutje, Boddenetappen und Sonnenuntergang


Es ist 5 Uhr morgens. Die Sonne hat noch nicht vermocht über die Hügel am Lago di Lugano zu klettern, da werfen die Boddenetappen 2012 Ihren langen Schatten voraus. Der Wecker wirft den Hilfssmutje aus den Federn. Nur ein knappe Tasse Tee und die wohl weiteste Anreise dieses Wochenendes beginnt. Die Grenzer lächeln müde als er mit dem alten Volvo den Schlagbaum sich nähert, winken Ihn nur durch, 8.45 Uhr Milano Malpensa Airport steht nichts mehr im Wege. Air Berlin, kalter Kafffe, Düsseldorf. Da er noch einen Termin hatte kam dieser kleine Schlenker dazu. Daher sitzend nun im Flugzeug  im schicken Anzug. Mann kommt sich so geschäftlich vor, die Segelhandschuhe im Gepäck, die sieht ja keiner. Dadurch war jedoch auch eine Teilnahme an der ersten Runde ab Greifswald am Freitag ausgeschlossen.

Viele Staus schmücken die lange Fahrt. Erste Anrufe am Vormittag von der Crew verheissen bestes. Kühlschrank funktioniert, Bier ist kalt. Doch um 18.00 Uhr, ein Anruf kommt von Bord. Das kann nichts gutes sein, die Verbindung mitten auf dem Land ist schlecht, auflegen, Kontaktversuche, Anrufer nicht erreichbar. 18.00 Uhr war doch Start, wieso rufen die an? „Motorschaden“. Ja und, ist doch ein Segelboot. Ja aber die Sicherheit. Ach ja, die war uns ja wichtig. Nun. Viel ist nicht zu erfahren, die Verbindung bleibt schlecht, so bleibt nur so schnell als möglich zum Hafen zu kommen. Spannung, aber irgendwie keine positive.  Um 20.00 Uhr stehe ich endlich am Kai. Tante Ecume kommt zugleich, meine Dose Lübzer ist schon auf, das tröstet ein wenig. „Das wird heut nichts  mehr“. Welch wunderbare Begrüssung nach 1200km Anreise. Irgendwie wollen wir nicht mehr, so machen wir das einzig sinnvolle,  wir gehen zu unserem netten Italiener essen. Eine Flasche Wein später haben wir zumindest die Boddenetappen gefühlt gewonnen. So geht der Ärger um den verpassten ersten Tag dahin. Nach kurzer Nacht geht es wieder auf. Zumindest Sonntag wollen wir noch mitnehmen.

Samstags ungewaschen wieder auf. „Wenn ich jetzt Motor schraube werde ich eh dreckig.“ Ja, aber ich will doch nur zusehen. Nun, gemeinsam müffeln ist schöner müffeln. Nach einiger Zeit in den Untiefen des Motorraumes hat Sven dann die rettende Idee. Herrn Person fragen, der hat einen Metallbaubetrieb in Greifswald – Wieck direkt am Hafen und reparierte schon immer Bootsmotoren. Nicht lange und er findet den Fehler. Unglaublich, wir sind gerettet. Vielen herzlichen Dank für die grosszügige Hilfe an Herrn Person. Jetzt ist auch nicht mehr wichtig wann wir loskommen, der nächste Start ist um 9.00 Uhr morgens. Daher nutzen wir die Zeit noch das Logo des Studierendenparlamentes der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald anzubringen. „Seid Ihr ein Boot der Universität?“ Fragten uns dann einige.